Abhilfe gegen Haarausfall


Wer unter Haarausfall leidet, der versucht natürlich das Problem anzugehen. Hier gibt es verschiedene Wege. Zum einen kann man das Problem mit kosmetischen Hilfsmitteln kaschieren. Man spricht hier von Haarteilen oder Perücken. Will man dem Problem aber wirklich zu Leibe rücken, dann sollte man sich die Hände eines Fachmannes begeben.

Bei der medikamentösen Behandlung gibt es auch verschiedene Ansatzpunkte. Hat Mann oder Frau einen zu hohen Testosteronspiegel, dann wird man versuchen mit gezielten Hormongaben hier entgegenzuwirken. Die meisten Medikamente in dieser Art sind verschreibungspflichtig, also durchaus nur eine Behandlung, die durch einen Arzt herfolgen darf.

Haarausfall

Es gibt Mittel, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Man spricht hier von Minoxidil, das seit 2005 rezeptfrei zu erhalten ist. Die Dosierungsmenge für Männer und Frauen ist aber unterschiedlich. Auch hier sollte man sich fachmännisch beraten lassen. Meistens werden aber Haarausfall cortisonhaltige Medikamente zum Einsatz gebracht, die wiederum nur unter strengster ärztlicher Kontrolle verabreicht werden dürfen.

Leidet man dagegen unter dem diffusen Haarausfall, dann werden unterschiedliche rezeptfreie Produkte angeboten, die unter anderem Cystin und B-Vitamine enthalten. Diese sollen den Haarausfall stoppen und das Haarwachstum wieder anregen. Weitere Mittel sind Biotin oder auch Vitamin H genannt, welches zum gesunden Wachstum von Haar, Haut und Nägel eingesetzt wird. Die Wirkweise ist hier aber nur teilweise wissenschaftlich belegt.

Wichtig ist aber zu wissen, sobald man die rezeptfreien Produkte absetzt, beginnt der Haarausfall von neuem. Um einen dauerhaften Erfolg zu haben, müsste man also die Produkte ein Leben lang einnehmen. Die Wirkweise dieser Produkte beginnt in der Regel sowieso erst nach 2 Monaten regelmäßiger Einnahme.

Formen von Haarausfall

Haarausfall wird grundsätzlich in zwei Gruppen unterschieden. Es gibt den Vorgang des gesteigerten Haarausfalls. Hier spricht man von Effluvium. Bei der sichtbaren Lichtung der Haare spricht man dagegen von Alopezie. Zu erkennen ist die Alopezie entweder an schütterem Haupthaar oder auch ganzen haarlosen Bezirken.

Pro Tag verliert der Mensch zwischen 70 und 100 Haare. Dies mag sich erstmal viel anhören, wenn man es aber auf den ganzen Kopf verteilt, dann ist hier von einer geringen Menge zu sprechen. Schaut man sich die unterschiedlichen Arten von Haarausfall an, dann sieht jede sehr schnell es gibt einen erblichen und einen krankhaften Haarausfall.

Der erbliche oder androgene Haarausfall wird durch Androgene hervorgerufen. Das hierfür verantwortliche Hormon heißt Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT). Ist also in der Kopfhaut viel von dem DHT vorhanden, dann wird die Wachstumsphase des Haares verkürzt und es fällt früher aus. Somit hat ein glatzköpfiger Mensch zwangsläufig nicht weniger Haarfollikel als jemand mit vollem Haarwuchs. Die Haare fallen nur früher aus. Diese Art des Haarausfalls ist verstärkt bei Männern zu beobachten, obwohl auch Frauen unter solch einem Haarausfall leiden können. Es wird versucht, mit Medikamenten dem DHT entgegenzuwirken. Menschen, die hormonabhängige Tumore, wie zum Beispiel Brustkrebs haben, leiden während ihrer Behandlung ebenfalls unter dieser Art von Haarausfall.

Eine weitere Form des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarausfall, der auch unter dem Namen Alopecia Areata bekannt ist. Diese Art Haarausfall ist lokal begrenzt. Bei über 80 % der Betroffenen beginnt dieser Haarausfall auf dem Kopf, selten jedoch auch in anderen Bereichen der Körperbehaarung. Ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland leiden an Alopecia Areata, welches auch die entzündlichste Form des Haarausfalls ist. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten. Zumeist aber im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Über die genaue Ursache der Krankheit liegen noch keine Erkenntnisse vor. Man geht aber von einer Immunstörung aus, das heißt, die Haare werden vom Immunsystem als fremd anerkannt und daher abgestoßen. Bei manchen Menschen wachsen diese Haare wieder nach. In seltenen Fällen verliert der Patient alle Haare (Alopecia Totalis) oder auch die gesamte Körperbehaarung ( Alocepia universalis). Der kreisrunde Haarausfall ist somit eine Autoimmunerkrankung. Behandeln kann man diesen Haarausfall mit einer topischen Immuntherapie. Dabei wird dem Körper eine Chemikalie verabreicht, die zu einer Allergie führt und den Körper ablenkt. Der Haarausfall stoppt. Solch eine Therapie ist langwierig und muss intensiv von Hautärzten überwacht werden. Krankenkasse übernommen hier in der Regel die Kosten nicht. Dennoch liegt die Erfolgsquote bei 60 % der behandelten Menschen. Eine besondere Form der Alopecia Areata ist die Alopecia areata atropicans. Diese tritt oft bei Frauen zwischen dem 30. und 55. Lebensjahr au und beginnt schleichend mit kleinen haarlosen Flecken.

Diffuser Haarausfall

Spricht man von diffusem Haarausfall, dann ist das Ausfallen der Haare vom gesamten Kopf gemeint. Dieses Phänomen tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Ursachen sind hier Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Stress und auch Eisenmangel.

Weitere Formen des Haarausfalls

Alopecia Actinica - entsteht durch Strahlen, zum Beispiel bei Krebstherapien. Alopecia mechanis, das ist Haarausfall, der durch Zug, Reibung oder schwere Lasten entsteht. Haarausfall mit einer Überproduktion von Talg nennt man Alopecia seborrhoica. Leidet man unter Haarausfall infolge einer Infektion, dann spricht man von Alopecia parvimaculata. Und der normale Haarausfall im Alter heißt Alopecia senilis.

Weitere Ursachen von Haarausfall sind zum Beispiel auch Hungerkuren, Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder auch eine Bulimie, Anorexie oder ganz banal auch eine Grippe. Treten längere Zeit Mangelerscheinungen der Vitamine K, H, A und B auf, dann kann es ebenfalls zu Haarausfall kommen. Natürlich kann auch die Gabe von verschiedenen Medikamenten zu Haarausfall führen oder der übermäßige Konsum von Nikotin. Aber im Gegensatz zu den erblichen bedingten Ursachen kann man hier entgegenwirken, wenn man das sogenannte Gift für den Körper reduziert.